Kurzsichtigkeit bei Kindern und Jugendlichen
steigt rasant an

Viele internationale Studien haben in den letzten Jahren Alarm geschlagen: Die Kurzsichtigkeit der Menschen steigt durch die permanente Nutzung von Handys, Tablets und Computer seit ein paar Jahren extrem an. Denn dort wird laufend nur auf kurze Entfernung geblickt und das Auge „verlernt“, in die Ferne zu sehen. Auch das für die Befeuchtung wichtige Blinzeln reduziert sich. Zusätzlich schaden mangelndes Tageslicht und das Blaulicht des Bildschirms dem Auge.

sportoptiker kurzsichtigkeit bei kindern

In ihrer aktuellen Aussendung warnt auch die Wiener Landesinnung der Augenoptiker / Optometristen vor dieser negativen Entwicklung und fordert konkrete Lösungsansätze: Schulen, aber auch Behörden und Forschungseinrichtungen müssten umdenken. Eltern zu ermahnen reiche nicht mehr, heißt es da zu Recht. Denn in Europa ist heute schon jedes zweite Kind und jede/r zweite Jugendliche von der „erlernten“ Kurzsichtigkeit betroffen.

Die Probleme dabei: Diese Fehlentwicklung des Auges kann man nicht mehr rückgängig machen. Häufige Langzeitfolgen bei hoher – weil früh angeeigneter – Kurzsichtigkeit (Myopie) sind grüner Star oder Netzhautablösungen.

Tipps für die Vorbeugung und den Umgang mit der Kurzsichtigkeit

Besonders Kinder und Jugendliche brauchen täglich zwei Stunden Aufenthalt im Freien. Für Erwachsene wäre zumindest eine Stunde ebenso sinnvoll!

Gerade in jungen Jahren empfehlen alle Fachleute, die tägliche Zeit vor Handy- und Computer-Bildschirmen auf EINE STUNDE zu reduzieren. Auch, wer einmal pro Stunde 5 Minuten auf Instagram etc. schaut, bleibt damit 12 Stunden lang am Ball 😉

Vereinbaren Sie gemeinsam mit Ihrem Kind Regeln für die Bildschirmnutzung und wie es seine „Digitalzeit“ optimal nutzen kann.

Augenübungen

Der Wechsel des Fokus zwischen Nähe und Ferne ist wesentlich, damit sich unsere Augen ausreichend entspannen können. Für kleinere Kinder sind spielerische Übungen sinnvoll, bei denen das Kind abwechselnd in die Nähe und in die Ferne schauen muss – z.B. während einer Autofahrt „ich seh, ich seh was du nicht siehst“ spielen oder Städtekennzeichen auf der Nummerntafel erraten.

Vielleicht ergattern Sie auf einem Flohmarkt oder im Internet noch eines der „Magischen Bücher“ aus den 80er Jahren. In dem man den Hintergrund dieser Bilder anvisiert, entspannt sich die Augenmuskulatur. Zur „Belohnung“ taucht dann im peripheren Blickfeld eine 3-D Figur auf. Falls das nicht passiert, bitte beim Optiker einen Visualtest auf räumliches Sehen vereinbaren.

Was können Eltern tun?

Lassen Sie die Augen Ihrer Kinder jedes Jahr kontrollieren, jedenfalls rechtzeitig vor dem Schuleintritt. Kurzsichtigkeit wird vor allem dann belastend und folgenschwer, wenn sie nicht korrigiert wird und stark ansteigt. Augenoptiker überprüfen die Sehleistung und können Sie passend beraten.

Die richtige Brille korrigiert die Sicht exakt – die Gläser dürfen nicht über- oder unterkorrigierend sein. Nur dann entsteht die wichtige Entlastung für das Auge.  Deshalb ist die häufige Kontrolle so wichtig. ABER ACHTUNG: Auch die beste Brille kann die fortschreitende Kurzsichtigkeit nicht aufhalten! Dagegen helfen nur Entspannung und Ausgleich für die Augen.

Studien haben gezeigt, dass besondere Kontaktlinsen bei manchen Kindern den Fortschritt der Kurzsichtigkeit (Myopie) verlangsamen. Die Krankenkassen bewilligen Zuschüsse zu solchen Linsen bei jenen Kindern, deren Kurzsichtigkeit pro Jahr um mindestens eine Dioptrie zunimmt. Informieren Sie sich dazu bitte bei Ihrem Augenoptiker.

Auch international wird dieses Thema mehr und mehr als gesellschaftliches Problem erkannt. In China zum Beispiel hat die Regierung einen Plan gegen die Kurzsichtigkeit bei Kindern vorgestellt, bei dem Regierungen, Schulen, Gesundheitsinstitutionen und Familien zusammenarbeiten sollen.

Mehr zum Thema